Glasuren

Rezept Sacherglasur nach Oberlaa


Sacherglasur Oberlaa 50% 66% Std. 130% 150% 200%
             
Kristallzucker 300 396 600 780 900 1200
Wasser 120 158,4 240 312 360 480
geschmolzene Kuvertüre 250 330 500 650 750 1000
             
Summe 670 884,4 1340 1742 2010 2680



Menge Standard reicht für 3 18x5er Torten.

Kristallzucker mit Wasser aufkochen. Ev. einen Kaffeelöffel Invertzucker (Trauben- und/oder Fruchtzucker) zugeben -> kristallisiert dann weniger.

geschmolzene Kuvertüre zugeben, durchrühren und bis 110 Grad kochen. (Manche Rezepte sprechen nur von 105 bis 106 Grad).

In Edelstahlkessel in Rührmaschine auf niedrigerer Geschwindigkeit rühren bis Konsistenz passend für 2 bis 3 mm dicken Überzug.

Über die Torten gießen und mit der Palette rasch glätten/verteilen. Zieht schnell an.

Je flüssiger die Glasur aufgebracht wird - umso dünner der Überzug.

Hinweis: im dem Rezept nach Teubner Patisserie ist der Kuvertüreanteil wesentlich höher. Ich finde dieses Rezept nach Oberlaa im Ergebnis besser.

Interessant auch die Glasur aus dem Originalrezept von Clara Sacher


Glasieren einer Sachertorte !

Anmerkung: Sie werden es nicht glauben, aber ich hatte mal einen Kommentar bekommen, dass das Übergießen mit Glasur "die reinste Verschwendung" wäre. Um derartige Mißverständnisse zu vermeiden darf ich darauf hinweisen, dass die herabgelaufene Glasur natürlich in einer Tasse aufzufangen und für künftige Verwendung aufzubewahren ist. Um Krümel zu vermeiden wird die heiße Glasur dazu dann durch ein Sieb gegossen. Bei längerer Lagerung empfiehlt sich Einfrieren, da sie sonst schimmeln könnte.



Österreichischer Lebensmittel-Codex

Codex: Österreichisches Lebensmittelbuch - IV.Auflage - Codexkapitel B34: Konditorwaren
veröffentlicht mit Geschäftszahl BMG-75210/0024-II/B/13/2012 vom 23.01.2013

Auszugsweise gebe ich hier das Kapitel betreffend Sacher wieder:

2.1. Sacher

2.1.1. Sachermasse
Konditorwaren, die mit einem Hinweis auf "Sacher" in Verkehr gebracht werden,
werden aus Sachermasse hergestellt. Sachermasse besteht aus Mehl, Butter
(Milchfett), Eiern, Zucker und Schokolade.
Der Anteil an Schokolade beträgt mindestens 15 %, bezogen auf das Rezeptgewicht
der Sachermasse. Es werden nur Schokoladen mit mindestens 35 % Gesamtkakaotrockenmasse
bzw. Schokoladekuvertüre verwendet. Ein teilweiser Ersatz von Mehl
durch native Stärke ist zulässig. Zur Geschmacksabrundung können Zutaten wie
Salz, Vanille, Vanillin, Ethylvanillin, Rum oder Inländerrum zugesetzt werden.
Der Sachermasse können zusätzlich Walnüsse, Haselnüsse oder Mandeln beigefügt
werden; dies wird in der Bezeichnung zum Ausdruck gebracht, z. B. "Nuss-Sacher",
"Sachertorte mit ...nüssen", "Sachertorte mit Mandeln".

2.1.2. Glasuren
Als Glasuren werden verwendet:
a) „Konserv“-Glasur (tabliert) mit einem Verhältnis von Zucker zu Schokolade
von 1 : 0,75; zur Erzielung eines besseren Glanzes der Glasur kann
eine geringfügige Menge an Speiseöl zugesetzt werden;
b) Schokolade-Fondant, bestehende aus 1 Kilogramm Fondant und mindestens
300 Gramm Schokolade;
c) Schokolade gemäß Schokoladenverordnung. Der Schokolade kann zur
Erzielung einer besseren Schnittfähigkeit in erforderlichem Ausmaß Butter
(Milchfett) oder Nougat zugesetzt werden. Kakaohaltige Fettglasurmassen
werden nicht verwendet.
Wird beim Glasieren eine Unterglasur verwendet (Aprikotieren) oder werden
Produkte dieses Absatzes gefüllt so wird ausschließlich Marillen-Konfitüre
verwendet.

2.1.3. Hinweis „mit Schlag“ oder gleichsinnig
Werden Produkte dieses Absatzes mit dem Hinweis „mit Schlag“ oder gleichsinnig
angeboten, so wird immer Schlagobers verwendet.





 

 

Fragen und Kommentare zu diesem Eintrag

Thomas: 28. April 2013

Der Schokoladenguss über der SDachertorte zählt zu den größten Kunststücken der PAtisserie. Nur wenn die Schokolade fachkundig temperiert und tabliert wird (nämlich auf eine kalte Fläche aufgestrichen und zum richtigen Zeitpunkt verarbeitet), entwickelt sie den optimalen Seidanglanz.
Die Zutaten werden auf 108°C erhitzt (Zuckerthermometer verwenden!). Masse auf eine Marmorplatte gießen und mit einer Palette verstreichen, bis sie dickflüssige Konsistenz hat. Glasur wieder in den Topf geben. Diesen Vorgang mehrfach wiederholen, bis die Schokolade einen schönen Glanz hat. Torte mit der Schokolade heiß übergießen (vorher heiß aprikotieren!) und nicht verstreichen, sondern einfach ganz glatt verlaufen lassen. Die Oberfläche muß dabei ganz glatt aussehen, wie beim Original (hier werden aber 3 verschiedene Schokladen zusammengemischt)...... 


Switzerlander: 16. Januar 2011

Problem: leicht verbrannter Geschmack.
Ich mache meine Konservschokoladenglasur mit 70% Zuckeranteil und koche sie bis 110 C. Die Konsistenz und der Glanz sehen schon ziemlich nach dem Original aus. Jedoch habe ich ein Problem mit dem Geschmack. Irgendwie hat meine Glasur ein leicht verbranntes Aroma, das zum Teil nach ca. einem Tag wieder verschwindet (sobald es auf der Torte ist), was ev. daran liegt dass die Säure in der Marillenmarmelade diesen leicht verbrannten Geschmack ausgleicht. An der Schokolade liegt es nicht. Ich habe schon diverse verschiedene Arten von Kuvertüre auspropiert. Haben sie vielleicht Erfahrungen mit diesem verbrannten Geschmack und wie man ihn los wird?  

Antwort: Fred Zimmer: 16. Januar 2011

Sorry, keine Ahnung. Hatte noch nie verbrannten Geschmack bei gekochter Sacherglasur. Vielleicht sind 110 grad zuviel? 


Anonym: 7. Januar 2011

Wenn Luft in der Glasur ist, einfach die glasierte Torte mit dem Gitter öfters aufklopfen! 

Antwort: Fred Zimmer: 8. Januar 2011

Ja, warum nicht. 


Anonym: 18. November 2010

Hallo
Problem: Luftblasen in der Glasur !
Ich bin mit meinen Sacherglasuren an sich zufrieden.
Was mich aber immens stört, sind die vielen Luftblasen, die oft in der Glasur eingeschlossen bleiben. Auch das Sieben der Glasur hilft dabei kaum.
Vielleicht liegts an der Kuvertüre ?
Ich wäre äußerst dankbar, wenn mir jemand Tips geben könnte für eine Sacherglasur ohne Luftblasen.
Vielen Dank im Voraus !
 

Antwort: Fred Zimmer: 19. November 2010

Schwierige Thematik. Die Profis haben natürlich eigene Geräte dafür, die die Glasur auf eine spezielle Weise rühren - ohne Luft einzubringen. Das ist mit Haushaltsmitteln kaum zu schaffen. Ich versuche immer möglichst langsam zu rühren damit keine große "Welle" entsteht. Das ist definitiv keine Frage der gewählten Kuvertüre - sondern ein generelles Problem mit Glasuren. Ein Patentrezept wüßte ich nicht. 


Kaufe auch Bücher von Ihnen!!!!!!!: 16. Juli 2010

Lieber Herr Zimmer, ich suche ein Backbuch, auf das ich mich verlassen kann, insbesondere ein Schokoladenglasurrezept. Ich murkse bei der Glasur für die Sachertorte, daß es nicht ärger geht, experimeniere dauernd, koche die Wasser-Zuckerlösung einmal mit Deckel, einmal ohne, koche sie 5 Minuten -wie im Sacherkochbuch angegeben - und einmal 12, kaufe verschiedene Kochschokoladen zum Testen, bei 10 Versuchen bin ich höchstens einmal halbwegs zufrieden, was das Optische betrift, allerdings wird die Glasur dann wieder weich. Ganz früher hatte ich ein Rezept, da gelang die Glasur, ist jedoch verschollen.  

Antwort: Fred Zimmer: 19. Juli 2010

Hallo,
zunächst herzlichen Dank für Ihre Nachricht. Ja, hich habe mich auch schon viel mit Sacherglasuren herumgeärgert. Aufs richtige Kochbuch kommts dabei (leider) nicht an. - oder anders gesagt, vertrauen kann man am ehesten den Anleitungen, nach denen die Profis vorgehen. Das sind das "Lehrbuch der Konditorei", dann "Konditorei, Patisserie, Bäckerei" beide aus dem Trauner Verlag (Rezept identisch) - oder das Oberlaa-Buch von Schuhmacher (dort Zuckeranteil etwas höher, sonst identisch).
Den Zucker mit dem Wasser und der Kuvertüre (!! - hier ist keine Haushalts- oder Kochschokolade gemeint - diese hätten einen geringeren Kakaobutteranteil) bis zur richtigen Termperatur zu kochen (Thermometer ist erforderlich) ist die eine (noch leichte) Sache. Die andere ist, während des Abkühlens weiter zu rühren (bei mir im Kenwood mit Metallschüssel) und die richtige Themperatur/Konsistenz für die Anwendung zu wählen. Ich warte zumeist zu lange (Glasur nicht flüssig genug - verläuft nicht mehr glatt). Verwendet man die Glasur zu heiß ist sie noch zu dünnflüssig und läuft überwiegend von der Torte ab - und der Überzug ist (mir) dann zu dünn - dafür oben aber glatter.
Die Kunst des glasierens ist es nun, in der Abkühlphase die richtige Konsistenz (den richtigen Zeitpunkt) für die Anwendung zu finden. Das ist Erfahrungs- und Übungssache - und da kann ihnen kein Kochbuch wirklich helfen.
Wichtig: machen Sie genug Glasur, damit Sie in einem Schwall aufgießen können und nicht herumpitzeln müssen. Den Rest wieder einsammeln und fürs nächste mal einfrieren.
Probieren, probieren, probieren.
LG
FZ

 


 


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